Grundvergütung anforderungsorientiert gestalten

Die Ausgangslage

 

Die Grundvergütung der Beschäftigten nimmt den überwiegenden Teil der Gesamtvergütung ein. Sie umfasst im Regelfall einen Anteil von 80% oder mehr.

 

Trotz dieses Tatbestands wird das Thema Grundlohn in der Vergütungsberatung oft ausgeklammert. Stattdessen liegt der Fokus vieler Berater ausschließlich auf der Ausgestaltung variabler Bausteine. Diese Herangehensweise der Symptom- anstatt der Ursachentherapie ist jedoch für das beratene Unternehmen nicht hilfreich und bringt es nicht voran.

 

Die Nichtbetrachtung des Fixvergütungsbereiches hat weitreichende Folgen. Gerade in der tariffreien Entgeltgestaltung gibt es enorme Diskrepanzen. Löhne und Gehälter werden auf "gefühlter" Grundlage frei nach Kassenlage und Konjunktur ausgehandelt. Dass sich hieraus im Zeitverlauf im Gesamtgefüge schwerwiegende Probleme ergeben, liegt auf der Hand. Fairness und Gerechtigkeit, zwei in den Augen der Mitarbeiter immer wichtiger werdende Aspekte, sind so nicht erkennbar.

 

Mitarbeiter vergleichen immer öfter ihre Gehälter untereinander. Abweichungen sind hierbei an der Tagesordnung, Enttäuschungen vorprogrammiert. In Zeiten des Fachkräftemangels kann die Enttäuschung auch schnell in eine Kündigung umschlagen mit der Hoffnung, in einem neuen Beschäftigungsverhältnis ein höheres Entgelt zu erzielen.

 

Auch eine Umfrage unseres Hauses im März/April 2019 bestätigt dies: insgesamt 60% der Befragten urteilen, nicht oder „eher nicht“ anforderungsgerecht vergütet zu werden. Das sind bemerkenswerte Ergebnisse, die zum Nachdenken anregen sollten.

 

 

Grundvergütung richtig gestalten

 

Die Grundvergütung der Mitarbeiter zu gestalten, ist über unterschiedliche Ansätze möglich. Zu unterscheiden sind hier die 

  • Summarische Bewertungsmethode und die
  • Analytische Bewertungsmethode.

 

Das Summarische Bewertungsverfahren analysiert alle maßgeblichen Faktoren in der Gesamtheit und ordnet diese entweder in einer Rangreihe oder einem vorgegebenem Schema zu (dies ist das Prinzip vieler Tarifverträge).

 

Die Analytische Bewertungsmethode geht dagegen einen anderen Weg. Hier wird das Anforderungsspektrum, das der Mitarbeiter im Rahmen seines Tätigkeitsbereiches zu erfüllen hat, in seinen Einzelheiten betrachtet. Die Anforderungen bilden gleichermaßen die Fähigkeiten, Kompetenzen und Aspekte der Flexibilisierung ab.

 

Die Anforderungen werden in einer Matrix gebündelt, die im Idealfall für alle Beschäftigten Gültigkeit besitzt. Es ist aber auch möglich, in verschiedenen Teilbereichen eines Unternehmens getrennte Matrizen aufzubauen.

 

Eine Anforderungsmatrix zeichnet sich aus durch:

  • Anforderungsgruppen (wie z.B. Wissen, Denken, Kommunikation u.a.)
  • Merkmalsstufen innerhalb jeder Gruppe
  • Maßzahlen, die das Gewicht jeder Gruppe und der Punktewert jeder Stufe abbilden

 

Dieser Weg ist in der Regel betriebswirtschaftlich sinnvoll. Darüber hinaus wird er in der Praxis auch von den Beschäftigten als verständliche und gerechte Grundlage zur Ermittlung der Grundvergütung angesehen.

 

Wie wir Sie beim Aufbau einer sinnvollen Grundvergütungsstruktur unterstützen können, lesen Sie hier>>

 

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