Beteiligungsformen und Gestaltungsparameter

Die Bandbreite der Beteiligungsformen

Das Portfolio der zur Verfügung stehenden Formen der Mitarbeiterkapitalbeteiligung ist außerordentlich vielfältig. Zu unterscheiden sind die Beteiligung am Fremdkapital, in mezzaniner Form (direkt oder durch Zwischenschaltung einer gesonderten Beteiligungsgesellschaft) oder die Beteiligung am Eigenkapital. Eine besondere Ausprägung stellt das Investivkapital (Mitarbeiterguthaben) dar.

 

Die Wahl einer passenden Beteiligungsform wird wesentlich durch

  • die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen,
  • die Ziele des Unternehmens und
  • Intentionen, die die Beschäftigten in die Diskussion einbringen,

beeinflusst.

 

Zur Auswahl stehen unterschiedliche Gruppen von Beteiligungsformen, die wie folgt zu charakterisieren sind:

 

Fremdkapitalbeteiligung

  • Kapitalüberlassung für einen fest vereinbarten Zeitraum
  • Verzinsung in Form eines festen oder in Grenzen variablen Zinssatzes
  • Beteiligungsformen sind: Mitarbeiterdarlehen, partiarisches Darlehen, Nachrangdarlehen, Schuldverschreibung, nicht-mezzanine Stille Beteiligung oder Genussrechtsbeteiligung
  • bei Einzahlung des Kapitals durch den Mitarbeiter besteht grundsätzlich Insolvenszsicherungspflicht, sofern keine nachrangige Haftung vereinbart ist
  • Förderung (in Deutschland) über VL und § 3 (39) EStG möglich
  • keine steuerliche Förderung in Österreich

 

Mitarbeiterbeteiligung über Mezzaninekapital

  • Kapitalüberlassung für mindestens fünfjährige Laufzeit, außerordentliches Kündigungsrecht ergänzend vereinbar
  • Festschreibung einer Gewinn- und Verlustbeteiligung
  • qualifizierte nachrangige Haftung der Kapitaleinlage
  • Beteiligungsformen sind: direkte und indirekte Stille Beteiligung, Genussrecht
  • steuerlich mit Nachteilen verbunden ist die atypische Stille Beteiligung
  • Kapitaleinlage ist als (betriebswirtschaftliches/handelsrechtliches) Eigenkapital zu klassifizieren
  • keine Insolvenzabsicherungspflicht
  • Förderung in Deutschland über VL und § 3 (39) EStG sowie in Österreich über § 3 (1) Z 15 lit b EStG möglich

 

Mitarbeiterbeteiligung am Eigenkapital

  • Beteiligungsformen sind: Belegschaftsaktie (auch als Restricted Shares oder Performance Shares), GmbH-Gesellschaftsanteil, Genossenschaftsanteil
  • aus steuerrechtlichen Gründen ungeeignet sind Beteiligungen an Personengesellschaften (Mitunternehmerstellung)
  • Mitarbeiter verfügt im Regelfall über identische Rechte wie Altgesellschafter
  • Sonderstellung im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligung z.B. durch Vorzugsaktie, Hinauskündigungsklauseln, Stimmrechtsvereinbarung u.ä.

 

Investivkapitalbeteiligung

  • Beteiligungsform: Mitarbeiterguthaben
  • Kapitaleinbringung aus Sonderzuwendungen, ohne dass ein steuerrechtlicher Zufluss entsteht
  • Versteuerung des Guthabens / Erträge aus Sonderzuwendung bei Zufluss (aufgeschobener Zufluss)
  • Verzinsung des Bruttokapitals
  • Verzinsung unterliegt der Einkommensteuer
  • keine Insolvenzabsicherungspflicht

 

Gerne diskutieren wir mit Ihnen, welche Beteiligungsform passend zu Ihren Zielen ist und wie die Beteiligung im Detail ausgestaltet werden kann.

 

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