Bedingt durch das Corona-Virus bieten wir aktuell auch Unterstützung per Telefon, E-Mail und Video-Konferenzen an.

Corona-Prämie verstehen und richtig einsetzen

Sonderzahlungen in der Corona-Krise

 

Die Corona-Krise stellt eine ganz besondere Situation bisher unbekannter Art und in ihrer Auswirkung unbekannten Ausmaßes dar. Unternehmen wie deren Mitarbeiter sind in besonderer Weise betroffen, wobei die Intensität sehr unterschiedlich ist. Die Spannbreite reicht von Krisenunternehmen bis hin zu Krisenprofiteuren, von Mitarbeitern, die durch Schutzmaßnahmen exorbitant betroffen sind, über Mitarbeiter im Homeoffice, die Arbeit und Beruf miteinander vereinbaren müssen bis hin zu Beschäftigten, die in der Krise unverändert im Vergleich zur vorausgehenden Zeit arbeiten können.

 

Die Politik hat selbstverständlich die Belastung, die viele Mitarbeiter und Unternehmen tragen müssen, erkannt. Diverse Maßnahmen sollen dazu dienen, die negativen Folgewirkungen abzumildern.

 

Dies gilt auch für das Instrument der Corona-Prämie, die zwischenzeitlich in zwei Ausprägungen existiert, was schnell zu Verwirrungen führen kann.

 

Was genau eine Corona-Prämie ist und welche Voraussetzungen zu beachten sind, stellen wir hier dar.

 

 

Corona-Prämie (allgemeiner Art)

 

Die Corona-Prämie in der allgemeinen Art ist eine Leistung, die in grundsätzlich allen Unternehmen zum Einsatz kommen kann. Grundintention ist die Abmilderung von zusätzlichen Belastungen der Arbeitnehmer durch die Corona-Krise.

 

Die Corona-Prämie kann insgesamt eine Zuwendung bis zu einer Höhe von € 1.500 je Mitarbeiter und Arbeitsverhältnis betragen. Mitarbeiter, die in mehreren Arbeitsverhältnissen stehen, können demnach auch mehrere Zuwendungen erhalten. Eine spätere Kumulierung ist nicht vorgesehen.

 

Die Sonderzuwendung ist steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn folgende Vorausetzungen erfüllt sind:

  • Zuwendung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt, d.h. ein Verrechnung mit einer vertraglich vereinbarten Vergütung darf nicht erfolgen. 
  • Ausreichung der Prämie frühestens zum 01.03. und spätestens bis zum 31.12.2020.
  • Aufzeichnung im Lohnkonto des Arbeitgebers.
  • Berücksichtigung des arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes. Auch 
  • Rechtsgrundlage kann entweder eine freiwillige Zusage, eine Betriebsvereinbarung oder ein Tarifvertrag sein. Eine Regelung im Arbeitsvertrag ist hingegen wenig geeignet.

 

Die Aspekte "Gleichbehandlung" und "Zuwendung zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt" können Fragen aufwerfen, die vor Umsetzung der Corona-Prämie idealerweise in Zusammenarbeit mit einem Experten geklärt werden sollten. Gleichermaßen besteht hier auch kreativer Gestaltungsspielraum, der genutzt werden kann.  

 

Steuerliche Rechtsgrundlage ist § 3 Nummer 11 EStG. Hiernach ist in "normalen Zeiten" die Unterstützung des Arbeitgebers durch eine neutrale Stelle oder den Betriebsrat Bedingung zur Ausreichung einer Prämie. Aktuell kann jedoch auf Grundlage der gesamtwirtschaftlichen Betroffenheit die Krisensituation an sich schon als rechtsfertigender Anlass heran gezogen werden. Die Einbindung einer neutralen Stelle ist somit nicht erforderlich.

 

Die Prämie kann verwendungs- oder zweckgebunden zugeführt werden. In diesem Rahmen ist z.B. auch die Umwidmung der Prämie in eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung möglich, wodurch die Eigenkapitalposition des Unternehmens gestärkt wird.

 

Werden über die Prämie hinaus bereits weitere steuerfreie Leistungen durch den Arbeitgeber gewährt, bleiben diese von der Ausreichung der Prämie unberührt. Es erfolgt demnach keine Verrechnung der Leistungen untereinander.

 

Die Gewährung der Prämie an geringfügig Beschäftigte oder Mitarbeiter in Kurzarbeit ist schadfrei. Eine Aufrechnung mit einer Aufstockung des Arbeitgebers des Kurzarbeitergeldes darf nicht erfolgen.

 

Weitere Informationen zur Corona-Prämie in allgemeiner Art erhalten Sie auch in einem kostenlosen Webinar der Unternehmerakademie Franken.

 

Selbstverständlich unterstützen wir Sie gerne in der Umsetzung.

 

 

Corona-Prämie in Pflegeeinrichtungen (Corona-Pflege-Bonus)

 

Eine Sonderform der Corona-Prämie besteht für Pflegeeinrichtungen. Diese Prämie ist aus Steuermitteln finanziert und wird von den arbeitgebenden Einrichtungen zu zwei Terminen bei den Pflegekassen abgerufen. Der Auszahlungsbetrag wird in Folge an die Mitarbeiter weiter gereicht.

 

Die Höhe der Leistung, die die arbeitgebende Einrichtung von den Pflegekassen je Mitarbeiter abruft und bereitstellen kann sind abhängig von mehreren Faktoren, wie Arbeitszeit, Arbeitsort u.a. Der Auszahlungsbetrag pro Mitarbeiter ist aus Bundesmitteln auf € 1.000 begrenzt. In vielen Bundesländern ist eine Aufstockung des Betrages um weitere € 500 möglich.

 

Insgesamt zeigt sich, dass die Corona-Prämie in Pflegeeinrichtungen sich hinsichtlich ihrer Finanzierung von der Corona-Prämie allgemeiner Art unterscheidet, die aus eigener Kraft von den Unternehmen finanziert werden muss. 

 

Grundlage der Corona-Prämie in Pflegeeinrichtungen ist eine Festlegung des GKV-Spitzenverbandes vom 29.05.2020.

 

Umfangreiche Informationen, Antragsunterlagen u.a. zur Corona-Prämie in Pflegeeinrichtungen finden Sie z.B. auf der Internet-Präsenz der Barmer Ersatzkasse hier>>.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© mit-unternehmer.com Beratungs-GmbH