Gewinnorientierte Vergütung

Einsatzbereich und Vorteile

 

Modelle der gewinnorientierten variablen Vergütung (Bilanzgewinnbeteiligung, Ausschüttungsgewinnbeteiligung oder Substanzgewinnbeteiligung) werden oftmals unterschätzt und in ihren Wirkungen verkannt. Dabei bieten sie eine Reihe von Vorteilen:

  • Die Gewinnorientierung bringt automatisch mit sich, dass die Nutznießer des Modells nicht nur den Umsatz, sondern auch die Kosten des Unternehmens in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen.
  • Darüber hinaus sind eine fundierte Kundenorientierung von hoher Bedeutung für eine mittel- bis langfristige Gewinnorientierung. Dies erkennen Mitarbeiter, die gewinnbasiert vergütet werden schnell und erhalten dadurch auch einen langfristigen Blickwinkel. Dies ist zum Nutzen aller Beteiligter.
  • Von besonderem Stellenwert ist auch, dass gewinnorientierte variable Vergütungsanteile grundsätzlich aus der für das Unternehmen verfügbaren Liquidität geleistet werden. Somit muss das Unternehmen nicht mit einer Vergütung in Vorleistung treten, wie es z.B. im Rahmen der leistungsorientierten Entlohnung der Fall sein kann. Hier kann ein Unternehmen in die "Zwangslage" geraten, Leistung vergüten zu müssen, die (noch) nicht erfolgswirksam geworden ist und im schlimmsten Fall nie erfolgswirksam wird.
  • Gewinnorientierte Vergütungsmodelle beinhalten oftmals einen starken Anreiz zur Teamorientierung. Auch in diesem Bereich grenzen sie sich eindeutig von der meist individuell ausgerichteten leistungsorientierten Vergütung ab.

 

 

Grundstruktur

 

Gewinnorientierte variable Vergütungsmodelle werden üblicherweise wie folgt aufbaut:

 

 

Wie aus der Grafik ersichtbar wird, besitzt die Gewinnbeteiligung vier zentrale Stellschrauben. Dies sind:

  • Die Basisgröße "Gewinn". Sie sollte eine objektive Kennziffer sein, die sich direkt aus dem Rechnungswesen ableiten lässt, aber auch aus einem durch das Unternehmen bereitsgestellten "Topfes" bestehen kann. Von Vorteil ist, wenn die Mitarbeiter ihren Einfluss auf die Basisgröße leicht erkennen oder die Größe bereits in der Vergangenheit kommuniziert wurde. Die Kenngröße kann sich auf das Gesamtunternehmen oder Unternehmensbereiche beziehen. Darüber hinaus bestehen in diesem Punkte weitere Ansätze der Verfeinerung die es ermöglichen, das Modell gezielt auf die individuellen Verhältnisse auszurichten.
  • Über die Einbindung von Korrekturfaktoren besteht die Möglichkeit, den Mitarbeitereinfluss auf die dem Vergütungsmodell unterliegende Ausgangsgröße zu steigern. Auch hier gibt es eine Vielzahl von Gestaltungsoptionen, die jedoch sparsam zur Anwendung kommen sollten.
  • Das Volumen des Gesamtgewinnanteils, der den Mitarbeitern zugeführt wird, kann auf sehr unterschiedlichen Wegen definiert werden. Dies ist von Bedeutung, um das Modell mit besonderen Anreizeffekten auszustatten.
  • In Schritt vier wird der Gesamtgewinnanteil auf Mitarbeitergruppen oder einzelne Mitarbeiter verteilt. Hier ist ebenso eine sorgfältige Gestaltung erforderlich. Zudem sind hier arbeitsrechtliche Restriktion zu beachten.

Somit ist insgesamt erkennbar, dass die Gestaltung einer Gewinnbeteiligung sehr viele Optionen ermöglicht. Jeder dieser vier genannten Denkschritte kann zu einer Vielzahl unterschiedlicher, aber passender Antworten führen. Nur Unternehmen, die alle zur Verfügung stehenden Optionen kennen und deren Auwirkungen wertfrei diskutiert haben, können das optimal zu ihren Ausgangsbedingungen passende Modell finden.

 

Darüber hinaus ist auch immer die Durchführung einer Modellrechnung erforderlich. Hier zeigt sich, dass alle Beteiligte (Gesellschafter wie Mitarbeiter), in der Zukunft von dem Gewinnbeteiligungsmodell profitieren. Auch dies sind äußerst wichtige Erkenntnisse, die in die Modellformulierung einfließen müssen.

 

Eine unzureichend durchdachte Modellgestaltung führt dagegen zum Gießkannenmodell, Motivationspotenziale werden verschenkt und Lohnkosten wirkungslos generiert.

 

Wir helfen Ihnen gerne weiter und entwickeln mit Ihnen zusammen ein geeignetes und produktivitätsförderndes Modell.

 

Weitere Beiträge zum Thema ....

 

Formen der variablen Vergütung

Sonderthemen

Service

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© mit-unternehmer.com Beratungs-GmbH